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Neue Ausreden des Herrn B.

Donnerstag, 16. Juli 2009 18:05

http://www.ampriceforum.de/forum/showpost.php?p=66887&postcount=2
Hier meldet sich Geschäftsführer B. zu Wort und berichtet über die Schwierigkeiten im Jahr 2008. Leider ist der Beitrag nur für im Forum angemeldete Mitglieder sichtbar. Dennoch lohnt er eine Kommentierung, die Masche des Herrn B. ist einfach zu amüsant.

Der Artikel beginnt mal wieder, indem Herr B. sich über die ausbleibenden Gelder der Investoren ausheult. Die ersten Zahlungen seien erfolgt, daraufhin habe Amprice angenommen, dass auch die weiteren Zahlungen erfolgen werden. Amprice habe zusätzliche Infrastruktur (Büro, Lager, Mitarbeiter etc.) aufgebaut und so zusammen mit den Entwicklungskosten Aufwendungen bis zu 100.000 monatlich gehabt.

Ja, das ist viel Geld. Aber wo kam das Geld denn her? Da Amprice sicherlich nicht 100.000 EUR Cash hatte, muss es sich ja offensichtlich um die Investorengelder handeln. Und dass die Investoren gewisse Anforderungen an ein Unternehmen haben, ist ja wohl nachvollziehbar. Wenn dieser Investor dann nach der Anfangsinvestion plötzlich kein Geld mehr nachschießt, kann man spekulieren, warum. Hat der Investor kein Geld mehr? Glaubt er nicht mehr an die Sache? Oder wurden einfach seine Anforderungen nicht erfüllt? Sicherlich macht sich eine Investor eine solche Entscheidung nicht leicht, denn wenn er kein Geld mehr nachschießt, muss er damit rechnen, dass die Anfangsinvestition auch verloren ist. Geschäftsführer B. macht es sich allerdings leicht. Er sagt einfach, dass vertraglich vereinbarte Zahlungen nicht erfolgt sind. Na ja.

Weiter schreibt B. im Herbst habe es dann drei Alternativen gegeben:
1. Amprice schließen.
2. Das Projekt mit den geringen Mitteln weiter vorantreiben.
3. Projekt stoppen und mit den alten System weiter arbeiten.
Nun, Amprice hat sich für 2. entschieden und dabei diese Situation ganz bewusst nicht veröffentlicht, um Diskussionen zu vermeiden. Wenn das wirklich so ist, dann hat B. vergessen zu schreiben, dass die Mitglieder dann von ihm persönlich ganz bewusst angelogen wurden. Er hat ja am 13.10.2008 im Chat noch erzählt, dass dass neue System kommen wird. Und einen Tag später eine Verschiebung um nur 14 Tage angekündigt. Hat B. damals wirklich so dreist gelogen, obwohl er die Fakten kannte? Warum hat B. die Schuld auf den Serverlieferanten geschoben? Und warum hat er dann viele der Verkäufer gesperrt, die ja offensichtlich berechtigte Kritik geäußert haben? Für mich sieht der ganze Beitrag im Forum nach einer (leicht durchschaubaren) Beruhingspille für die wenigen noch verbliebenen Verkäufer aus.

Ein schöner Satz von B. in diesem Beitrag ist: “So haben wir uns lieber dafür verspotten lassen, dass wir gekämpft haben.” Tja, Herr B. Anfangs seid ihr ganz normal kritisiert worden, weil die Plattform eine katastrophale Baustelle war. Der Spott kam erst später, ob eurer offensichtlichen Unfähigkeit, die Probleme zu beheben und eurer Unfähigkeit, vernünftig zu kommunuzieren. Herr B., was mich ernsthaft verwundert: Sie sind Inhaber einer Kommunikationsagentur. Wie können Sie dort zufriedene Kunden haben, wenn Sie bei Amprice gezeigt haben, dass gerade die Kommunikation eine ihrer am wenigsten ausgebildeten Fähigkeiten ist?

Weiter schriebt B., dass er nun schnellstmöglich in die schwarzen Zahlen kommen möchte. Rechnen wir das doch mal durch: Amprice hat laut http://www.amprice.info/team/ zur Zeit 13 Mitarbeiter. Selbst wenn diese im Durchschnitt nur 2.000 EUR monatlich verdienen, kommt man auf 26.000 EUR Lohn, dazu Sozialabgaben, Büromiete, Servermiete, Wartung etc. Auktionsforscher hat mal geschrieben, dass er die laufenden Kosten bei Amprice auf 30.000 EUR schätzt. Mittlerweile sind einige Mitarbeiter hinzugekommen, so dass diese sich wohl mindestens bei 40.000 EUR monatlich bewegen dürfen. Schätzen wir mal großzügig, dass 10.000 EUR durch die von Amprice-Shop oder Amprice-Trading verkauften Artikel reinkommen. Bleiben noch 30.000 EUR. Um diese 30.000 EUR zu verdienen müssen bei einer Provision von 5% jeden Monat Artikel im Wert von 600.000 EUR verkauft werden. Gut, es gibt die Flatrate - aber wer über Flatrate verkauft, zahlt ja keine Provision mehr. Und wer langfristig weniger verkauft, als Gebühren mit der Flatrate anfallen würden, wird diese sicherlich schnellstmöglich kündigen. Die Flatrate können wir also außer acht lassen. Allenfalls die Sonderplatzierungen spülen ein wenig zusätzliches Geld in die Amprice-Kassen. Aber auch das dürfte vernachlässigbar wenig sein, weil die Sonderplatzierungen meist nur von den Flatrateinhabern gebucht werden, die dafür eben nichts extra zahlen. Es bleibt also bei 600.000 EUR Umsatz, die monatlich über die Plattform gemacht werden müssen, damit überhaupt erstmal die Kosten wieder reinkommen. Teilen wir das durch 30, sehen wir, dass jeden Tag 20.000 EUR Umsatz generiert werden müssen. In den ersten 5 Monaten dürfte sich der durchschnittliche Tagesumsatz eher in der Größenordnung von 10-20 EUR bewegt haben. Das muss also mehr vertausendfacht werden. Wenn man dann liest, dass B. schnellstmöglich in die schwarzen Zahlen kommen will, muss man unwillkürlich laut loslachen.

Besonders dreist wird B. dann, als er über die Investoren und Bereitsteller von Risikokapital schreibt: “Es tummeln sich viele Scharlatane, die versuchen, kapitalsuchende Unternehmen abzuzocken.” B. spricht zwar nicht direkt die Art333 an, die ja einer der Geldgeber von Amprice ist (oder war), der Zusammenhang zu oben gesagtem ist jedoch offensichtlich. Ich frage mich, ob sich bei solchen Unterstellungen noch Geldgeber finden lassen. Überhaupt finde ich diese Aussage ausgesprochen merkwürdig. Ein Geldgeber, der bereit ist, Geld in eine Firma zu stecken, will diese abzocken? Auf solch skurille Ideen kann nur ein B. kommen, der damit mal wieder eine seiner Lieblingsrollen spielen kann: Die des armen, unschuldigen Opfers.

Thema: Allgemein, amprice | Kommentare (0) | Autor: Frank75

Warum ist Amprice gescheitert? (Teil 3)

Montag, 29. Juni 2009 12:57

Teil 3 - Die Öffentlichkeitsarbeit

Nachdem wir uns in den letzten beiden Artikeln vorwiegend mit den konzeptionellen Fehlern der Plattform Amprice beschäftigt haben, sehen wir uns diesmal die Öffentlichkeitsarbeit an. Dass eine gute PR wichtig ist, ist einleuchtend. Zwei Ziele sind dabei entscheidend: Erstens die Marke bekannt zu machen und zweitens ein positives Image aufzubauen. Nun, Geschäftsführer B. kommt ja genau aus diesem Bereich und sollte wissen, wie es geht. Leider ging es ihm nur darum Amprice bekannt zu machen. Dass Amprice sich mit den völlig überzogenen Meldungen lächerlich macht, hat ihn anscheinend nicht interessiert.

Wenn man nämlich hinter die Meldungen geguckt hat, wurde schnell klar: Da ist nichts als heiße Luft. Nichtsdestotrotz war es ausgesprochen amüsant, die PR-Meldungen von Amprice zu lesen. Generell gilt natürlich: Wer großspurige Ankündigungen macht, muss sich auch daran messen lassen. So haben sich sicherlich viele Leute aufgrund der Amprice-Pressemeldungen die Seite mal angesehen. Wenn diese jedoch feststellen, dass an den Meldungen nichts dran ist und dass Ankündigungen nicht eingehalten werden, sind diese schnell wieder weg. Und mehr noch: Solche Leute sind ein negativer Multiplikator für Amprice. Schauen wir uns mal ein paar Meldungen genauer an:

Die “Weltneuheit” Realauktion (30.05.2005)
Hier geht es um eine angebliche Weltneuheit: Im Falle eines Gebots kurz vor Ende der Auktion verlängert sich diese noch einmal. Tja, diese angebliche Weltneuheit gab es schon bei anderen Plattformen - z.B. bei der Zoll-Auktion. Außerdem handelt es sich hier um eine ausgesprochen Käufer-unfreundliche Maßnahme, denn wer will im Falle eines Bietgefechts noch stundenlang vor dem Rechner sitzen? Also: überzogenes Gerede um eine Funktion, deren primäres Ergebnis es ist, Käufer zu verschrecken.

Dann ständige Meldungen über das unglaubliche Wachstum bei Amprice (hier mal aus 2005/2006):
http://www.amprice.info/publicrelations/pressemitteilungen/ampricemiterfolg.html
http://www.amprice.info/publicrelations/pressemitteilungen/online-marktplatz-amprice-waechst-immer-schneller.html
http://www.amprice.info/publicrelations/pressemitteilungen/neue-rekorde-bei-ampricede-zum-1-geburtstag.html
http://www.amprice.info/publicrelations/pressemitteilungen/profiverkaeufer.html
http://www.amprice.info/publicrelations/pressemitteilungen/angebotszahlen.html
http://www.amprice.info/publicrelations/pressemitteilungen/400000angebote.html
Es gibt noch mehr Meldungen in den Folgejahren, aber die Aufzählung soll reichen. Sämtliche Meldungen verkünden immer neue Rekorde bei Angebots- und Mitgliederzahlen. Nicht nur, dass solche Meldungen unglaublich nerven. Geschäftsführer B. verkennt leider völlig, was den Erfolg einer Auktionsplattform ausmacht: Das sind eben nicht die Angebotszahlen, sondern der über die Plattform generierte Umsatz. Dazu gibt es keine Infos, in den Pressemeldungen brüstet sich B. lieber mit neuen Rekorden bei Angeboten. Nun, dass diese bei einer Plattform ohne Einstellgebühren eigentlich nur nach oben gehen, ist landläufig bekannt. Kostet ja nix, kann ich also immer wieder verlängern. Die wirklich interessanten Angebote gehen so in der Masse unter. Und dass die wenigsten User wirklich aktiv sind, verschweigen diese Meldungen auch. Aussagekräftige Zahlen gab es in diesen Meldungen leider nicht.

Im August 2008 dann die Ankündigung von Amprice 2.0 zum 15.10.2009:
http://www.amprice.info/publicrelations/pressemitteilungen/saemtliche-handelsoptionen-auf-einer-plattform.html
Über ungelegte Eier sollte man besser schweigen. Am 13.10.2008 kündigte Geschäftsführer B. im Chat noch groß das neue System an. Ob er hier bewusst die Unwahrheit gesagt hat oder ob er jeglichen Realitätssinn verloren hatte, weiß nur er selbst. Nur einen Tag später kam jedenfalls der kleinlaute Rückzug. Und der Zustand, den die Software hatte, ist nur mit katastrophal zu beschreiben. Nicht einmal die Basisfunktionen liefen fehlerfrei. Zwei Wochen später dann das gleiche Spiel, groß angekündigt und kurz vorher kleinlaut zurück gezogen. Dann gab es im Forum weitere, eher unpräzise Ankündigungen, die dennoch nicht eingehalten wurden. Die letzte Mitteilung dann am 30.01.2009 zum Start von Amprice 2.0:
http://www.amprice.info/publicrelations/pressemitteilungen/neuer-amprice-internet-marktplatz-startet.html
Die Meldung strotzt nur so vor leeren Versprechungen. Sicherheit, einfache Bedienung, die Anbindung von Auktionsdienstleistern - alles heiße Luft. Lediglich die Suchfunktion ist wirklich einzigartig, wie wir in Teil 1 unserer Abhandlung gesehen haben.

Zur Amprice-Öffentlichkeitsarbeit gehört auch das Ampriceblog http://www.ampriceblog.de. Vorsicht, beim Lesen einiger Beiträge von Geschäftsführer B. kippt man vor Lachen vom Stuhl. Wer also gerade im Büro ist, sollte besser warten, bis der Chef beim Mittagessen ist. Zu den Highlight gehören die Berichte über Verschörungen gegen Amprice:
http://www.ampriceblog.de/2008/02/21/nur-noch-peinlich-umgang-des-madsack-verlages-mit-amprice/
http://www.ampriceblog.de/2006/10/07/die-hammertage-der-neuen-presse-hannover/
http://www.ampriceblog.de/2008/03/03/fanatiker/

Auch die Statistik-Seite http://www.amprice.info/statistik/ ist ein Teil der Amprice-Öffentlichkeitsarbeit. Informieren Sie sich über unser Wachstum sagt die Überschrift. Dumm nur, dass seit der Umstellung auf Amprice 2.0 keine Statistiken mehr veröffentlicht werden. Na ja, die Resultate wären auch zu peinlich.

Und wenn man sich dann die Kommunikation seit der Umstellung auf Amprice 2.0 ansieht, überkommt einen das kalte Grausen. Diese lief primär nur noch im Ampriceforum ab. Anfangs gab es noch Meldungen der Art: “Ich habe den Fehler an die Programmierer weiter gegeben. Als die Mitglieder aufgrund des katastrophalen Zustands der Plattform immer deutlicher ihre Kritik äußerten, gab es von Amprice so gut wie keine Antworten mehr. Amprice hielt es für angemessener, die kritischen Mitglieder einfach zu sperren. Damit ging Amprice dann seiner größten Fürsprecher und seiner Top-Verkäufer verlustig. Aber der Erfolg ist unbestreitbar: Geschäftsführer B. muss sich nicht mehr der Kritik stellen.

Fehlende Kenntnisse im Internet-Business kann man noch nachvollziehen. Aber dass Geschäftsführer B. bei der Öffentlichkeitsarbeit, mit der er jahrelang seine Brötchen verdient hat, dermaßen dilletantisch vorgeht, ist … hmmm, sagen wir mal ausgesprochen merkwürdig. Mal sehen, was bei dem für heute angekündigten Ampricelister herauskommt.

So, das war’s dann erstmal wieder. Wir sehen uns wieder bei Teil 4 - Die Community.

PS: Kleines Bonbon am Rande: Im gleichen Gebäude wie Amprice sitzt eine Kommunikationsberatung, die sich insbesondere der Krisenkommunikation verschrieben hat: http://www.ideo.de/publicrelations/krisenmanagement. Wer steckt denn da wohl hinter? Ooops. Den Namen kennen wir doch: http://www.ideo.de/ueberuns/team/index.html.

Thema: amprice | Kommentare (0) | Autor: Frank75