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Partneranzeigen (oder: Wie mache ich eine Auktionsplattform endgültig platt)

Samstag, 29. August 2009 10:57

Seit Anfang Juli gibt es ja nun ein neues Angebotsformat auf Amprice - die Partneranzeige (siehe Ankündigung im Ampriceforum. Was hat es damit auf sich?

Nun, eine Partneranzeige ist nichts weiter als ein Angebot, das gar nicht auf Amprice zum Verkauf steht, sondern in einem anderen Shop. Im Prinzip handelt es sich hier also schlicht und einfach um einen Werbelink. Auf Amprice gibt es mittlerweile 393.000 solcher Partneranzeigen, das sind rund 45% des gesamten Angebots. (Dazu kommen noch über 300.000 Bücher, die es bei Amazon billiger weil ohne Versandkosten gibt und lediglich rund 150.000 “echte” Artikel.)

Ziel von B. ist es, schlicht und einfach die Angebotszahlen zu erhöhen. Dass dies einfach nur dumm und kurzsichtig ist, hatten wir ja schon mehrfach hier erwähnt. Da B. auch mehrfach bewiesen hat, dass er völlig kritikunfähig und unbelehrbar ist, wird sich daran wohl kaum etwas ändern. Aber warum sind denn die Partneranzeigen nun schlecht für eine Plattform? Die Anzahl der Artikel erhöht sich ja, laut B. wird die Plattform dadurch auch interessanter und wird häufiger über Suchmaschinen gefunden. Gucken wir uns das mal genauer an:

1. Argument: Höhere Artikelanzahl:
Die Anzahl der Artikel erhöht sich tatsächlich. Allerdings sind die “echten” Angebote mit der höheren Anzahl an Artikeln nun noch viel schlechter zu finden. Wenn jemand z.B. privat seinen Laptop verkaufen möchte, steht er in Konkurrenz zu mehreren Online-Shops, deren Artikel Amprice nun auch auflistet. So werden in der Kategorie Notebooks zur Zeit 89 Artikel angeboten. 88 davon sind Partneranzeigen. Die direkt auf Amprice angebotenen Artikel gehen in der Menge der Partnerangebote also völlig unter. Der Privatverkäufer oder der kleine  Gewerbliche verliert dann natürlich schnell die Lust, auf so einer Plattform noch anzubieten.

2. Argument: Amprice ist den Suchmaschinen besser auffindbar
Tatsächlich gibt es jetzt mehr Suchbegriffe, unter denen man Amprice findet. Aber nützt das was? Kein Stück. Selbst wenn jemand z.B. bei Google gezielt nach einem Artikel sucht, landet er in der Regel entweder bei einer Preissuchmaschine oder bei einem Shop. Denn wir können getrost davon ausgehen, dass sämtliche Partnershops ein deutlich höheres Google-Ranking haben als Amprice. Wer also direkt einen Artikel sucht, landet direkt bei Rossmann, Baby Walz oder einem anderen Shop aber wohl kaum bei Amprice.

3. Argument: Amprice bekommt nun mehr Kunden
Woher? Selbst wenn sich doch ein Suchender auf die Amprice-Seite verirren sollte, was passiert dann? Er öffnet die Artikelseite und klickt auf Jetzt kaufen im Partnershop. Und schon ist er wieder weg von Amprice. Selbst im günstigsten Fall ist Amprice also lediglich eine Durchgangsseite.

4. Argument: Amprice verdient nun mehr Geld
Tja, Amprice verdient eine Provision an Verkäufen, die über den Link generiert werden. Aber dazu muss der Artikel ja auf Amprice auch gefunden werden. Und wie wir oben ausgeführt haben - über Google wird kaum jemand auf Partneranzeigen bei Amprice stoßen. Bleiben also nur die treuen Amprice-Kunden. Über deren Anzahl reden wir besser nicht, die wurden ja von Frau W. und den Herren B. und T. persönlich vertrieben. Auf der anderen Seite verliert Amprice Geld. Ein Artikel, der im Partnershop gekauft wird, wird nicht mehr auf Amprice direkt gekauft. Und dass Amprice mit dieser Taktik keine neuen Verkäufer mehr gewinnen wird, hatten wir vereits oben erwähnt.

Interessant ist noch, dass B. es immer als einen Vorteil von Amprice angepriesen hat, dass in den Angeboten selbst keine Fremdwerbung gemacht wird. Nun, dies hat er ja jetzt umgangen, in dem die Werbeanzeigen der Partner an viel exponierterer Stelle gezeigt werden. Nämlich in der Suchliste. Man findet die Werbeanzeigen schon, bevor man überhaupt ein “echtes” Amprice-Angebot geöffnet hat. Ob es wirklich noch Leute gibt, die sich von B. dermaßen verar…en lassen?

Fazit: B. hat es mal wieder geschafft, noch mehr Verkäufer zu vergraulen und die Seite noch uninteressanter zu machen, als sie eh schon ist. Diese Menge an Inkompetenz vereint in einer Person erlebt man wirklich selten.

Thema: amprice | Kommentare (2) | Autor: Frank75

Warum ist Amprice gescheitert? (Teil 5)

Samstag, 22. August 2009 23:51

Teil 5 - die Strategie

Nun, nach der bisherigen Lektüre werde n einige Leser sagen: “So schlecht war der Ansatz doch gar nicht, es gab eben nur ein paar technische Probleme. Aber das Potenzial ist durchaus vorhanden.” Dem ist leider nicht so, wie wir in diesem Artikel zeigen werden. Also, wie sieht sie denn nun aus, die Amprice-Strategie?

Nun, laut Geschäftsführer B. kann der typische Teufelskreis (keine Artikel, dadurch keine Käufer, dadurch für Verkäufer uninteressant, dadurch keine Artikel…) ganz einfach durchbrochen werden. Und zwar, indem man einfach genügend gewerbliche Verkäufer auftreibt, die mit einem langen Atem einstellen. Wenn eine Plattform viele Artikel hat, kommen die Käufer von ganz alleine. Na ja, B. hat ja schon häufig grundlegende Unkenntnis bewiesen, dies zeigt sich auch hier mal wieder. Käufer werden nicht durch die Anzahl der Angebote angelockt. Käufer werden durch interessante und preisgünstige Angebote angelockt. Und selbst wenn ein Käufer auf dieser Plattform z.B. über Google etwas findet, kauft er in der Regel nur diesen einen Artikel. Die Käufer, die so gefunden werden, sind in der Regel gezielt auf der Suche, schlagen zu und sind wieder weg. Damit ein Käufer wiederkommt, braucht es Flohmarktcharakter. Viele interessante Artikel und ein häufig wechselndes Angebot. Amprice hat und hatte weder viele interessante Artikel noch ein wechselndes Angebot. Amprice konkurriert auf seinem Gebiet der gewerblichen Verkäufer mit hunderten von anderen Plattformen und auch mit Preissuchmaschinen, die direkt auf die entsprechenden Shops verlinken. Da helfen auch laute und inhaltsleere Pressemeldungen nichts - solange das Angebot nicht stimmt, bleiben die Käufer aus. B. ist das egal. Offensichtlich ist er nicht in der Lage, weiter zu denken als die Anzahl der Angebote zu erhöhen - wie uninteressant diese auch sein mögen.

Verstärkt wird das Problem des unattraktiven Angebots durch B.s neueste Absurdidät - die “Partneranzeigen”, die mittlerweile rund 45% der Angebote auf Amprice ausmachen. Hier stellt B. erneut unter Beweis, dass er aber auch überhaupt nichts von Internetauktionen versteht. Zum Thema Partneranzeigen kommen wir noch in einem eigenen Artikel, daher lassen wir diese zunächst beiseite.

Ein weitere Ursache für das Angebotsproblem ist das kostenlose Einstellen. Wenn ein Verkäufer Amprice entdeckt, stellt er erstmal seine Artikel ein. Auch wenn diese überteuert oder für niemanden interessant sind. Kost’ ja nix. Verlängern geht auch, kost’ auch nix. Und so werden es immer mehr Artikel und immer mehr und mehr. Kommt dann tatsächlich mal ein interessantes Angebot, so geht dieses im riesigen Berg der uninteressanten Artikel unter. Niemand findet es.

Als Ebay die Einstellgebühren eingeführt hat, sank die Anzahl der Artikel von ca. 2 Millionen auf 200.000. Die Verkaufsquote stieg aber von einem einstelligen Prozentsatz auf rund 70-80% an (auch wenn sie mittlerweile wieder niedriger liegt). Also besser ein kleines, aber feines Angebot als ein riesigen und unübersichtlichen Berg, der niemanden interessiert. Leider zeigt B. auch hier einmal wieder, wie wenig er vom Internetbusiness versteht: Wichtig wäre es gewesen, Privatanbieter zu mobilisieren, um so einen virtuellen Trödelmarkt zu realisieren. Das ist jedoch bisher keiner Plattform gelungen, von Ebay natürlich abgesehen. Warum sollte dies einem Geschäftsführer B. gelingen, der bisher nur durch  leere Versprechungen aufgefallen ist?

Fazit: Sowohl B.s Fokussierung auf gewerbliche Anbieter als auch der Blick nur auf die Angebotszahlen sind grundlegend falsch. Da B. jedoch keinerlei Kritik annimmt, steuert er Amprice weiter mit voller Wucht auf die Wand zu.

So, das war’s dann erstmal mit meiner kleiner Serie. In Zukunft werde ich ab und zu weitere Artikel zu aktuellen Amprice-Themen folgen, die “Serie des Scheiterns” ist mit diesem Artikel  jedoch beendet. Ich hoffe, es war interessant, ihr konntet schmunzeln oder euch ärgern. Bis dann.

Thema: amprice | Kommentare (1) | Autor: Frank75

Warum ist Amprice gescheitert? (Teil 4)

Dienstag, 14. Juli 2009 15:10

Teil 4 - Die Community

Am Anfang meiner Serie schrieb ich, dass Amprice und Geschäftsführer B. vieles falsch und (zumindest am Anfang) wenig richtig gemacht gemacht haben. Nun, die Community ist eines der wenigen Dinge, die B. am Anfang richtig gemacht hat. Das hat sich natürlich im zweiten Halbjahr 2008 geändert, als Amprice den Entschluss fasste, die gut funktionierende Community zu zerstören. Aber alles nacheinander…

Beim Start von Amprice kam es B. vor allem darauf an, gewerbliche Verkäufer für Amprice zu gewinnen. Dies tat er auch mit einem gewissen Erfolg. Versprechungen machen kann er ja, dass es sich dabei um leere Versprechungen handelt, merkt man ja erst später. Also: B. sammelte eine Schar Verkäufer um sich, die er vor allem mit persönlichem Service, kostenlosem Einstellen und großen Versprechungen für die Zukunft lockte. Diese Verkäufer bilden eine gute Gemeinschaft, die voll hinter Amprice und den Versprechungen des B. standen. Das neue Amprice 2.9, seit Frühjahr 2008 angekündigt, wurde mit Spannung erwartet. Umso größer war die Enttäuschung, als dann Amprice 18 Stunden vor der geplanten Einführung veröffentlichte, dass es wohl doch nichts wird und die Schuld auf den Serverliefernaten schob. Allerdings wurde eine beta-Version online gestellt, die man sich zumindest mal angucken konnte. Dies war wohl der Moment, wo vielen aufgefallen ist, dass Sie auf leere Versprechungen hereingefallen sind. Das was online gestellt wurde, war Chaos pur. Noch schlimmer wurde es, als man dann zwei Wochen später - nach dem erneut kurzfristig verschobenen Starttermin die betaversion auch ausprobieren konnte und sollte. Nicht einmal die Basisfunktionen liefen.Nun, die Verkäufergemeinschaft war verwundert über die Diskrepanz zwischen Versprechungen und Realität. So wurde natürlich laut, teilweise auch deftig, Kritik geäußert. Zu persönlichen Beleidigungen kam es seitens der “Kunden” jedoch nie, diese sind den Amprice-Mitarbeitern vorbehalten.

Es kam, wie es kommen musste. B. und seine Mitarbeiter sind (wie sich auch schon vorher gezeigt hatte) völlig unfähig, Kritik zu ertragen. Und da Sie die Kritiker nicht ertragen konnten, wurden nach und nach die nun ehemaligen Verkäufer gesperrt. Dabei wurden selbst die großen Verkäufer nicht ausgelassen, auch der Amprice-”Rekordhalter” mit den meisten Verkäufen wurde gesperrt. Daran wurde natürlich wieder Kritik laut und die Spirale setzte sich fort.  Von der ehemals ordentlichen Verkäuferschar, die voll und ganz hinter Amprice stand, sind jetzt nur noch eine Handvoll übrig, die weiterhin wie ein Jünger alle Worte des B. aufsaugen und glauben wollen.

Etwas anders sah es bei BesteAuktion aus. Hier gab es ebenfalls eine eingeschworene Gemeinschaft, betreut von Übermutter “Neufie”. Von dieser ging eine gewisse Nestwärme aus, alle fühlten sich wohl und waren glücklich. Gut, auch “Neufie” ertrug keine Kritik, auch im BA-Forum wurde zensiert. Aber dort war die kleine Welt in Ordnung. Es wurde nichts versprochen, es war sowieso kein Geld da und alle haben sich mit den Macken der Plattform arrangiert. Aber dann kam ja Amprice. In gewohnten Maße tönte B. dann, wie viel besser alles werden würde. Die BA-Leute hatten Geduld. Sie stellten weiter fleißig bei BA ein und warteten und warteten. Richtig glücklich waren sie aber nicht mehr, denn die Nestwärme war mit Neufie verloren gegangen. Ein kühler Gescchäftsführer B. konnte diese nie ersetzen. Und so kümmerte sich - von gelegentlichen Ausflügen der Frau M. (die bei Amprice für die BA-Mitglieder sorgen sollte) kaum noch jemand um BesteAuktion. Fragen im BA-Forum wurden nicht oder erst Wochen später beantwortet, und wenn mal eine Antwort kam, wurde auf das Ampriceforum verwiesen (dass die BA’ler nicht nutzen wollten). So nach und nach wurden die Verkäufer weniger, anfangs ganz langsam und die Verkäufe gingen ebenfalls nach und nach zurück. Schön zu sehen an der Amprice-Statistik 2007/2008. Dennoch - im Oktober 2008 waren immer noch ausreichend viele Verkäufer vorhanden. Diese waren dann natürlich genauso wie die Amprice-Verkäufer geschockt, was B. ihnen da andrehen wollte. Und da zeitgleich eine neue Alternative entstand, waren die ehemaligen BA-Verkäufer fast auf einen Schlag verschwunden.

Im Amprice-Team taten sich besonders Serviceleiter T. und sein Mitarbeiter T. hervor, die ihre Aufgabe vornehmenlich im Anpöbeln von Kunden sahen. Mitarbeiterin V.W. hingegen beschränkt ihr Aussagen stets darauf, dass sie doch bitte angerufen werden möchte. Im Forum wurde es immer ruhiger, es kamen nur noch wenige Anfragen. Doch selbst die schienen dem Amprice-Team zu viel. Und so entschloss sich Amprice irgendwann im April, Anfragen von Kunden im Forum einfach zu ignorieren. Über Wochen wurde Fragen nicht beantwortet. Und so ging eine gut funktionierende Community mit einem lebhaften Forum vor die Hunde.

B. sitzt jetzt vor einem Scherbenhaufen. Allerdings erkennt er dies nicht einmal jetzt, zumindest schreibt er immer noch über den tollen Erfolg von Amprice im Jahre 2008. Der Erfolg war, dass mehr als 90% der Verkäufer abgewandert sind. Ein Erfolg ist ist wahrscheinlich auch, dass die Anzahl de verkauften Artikel 2007 noch ca. 86.000 betrug, 2008 immerhin noch ca. 60.000 und in den ersten 5 Monaten von Amprice 2.0 sage und schreibe rund 1.000 Artikel erfolgreich verkauft wurden. Dies ist allerdings eine grobe Schätzung, die genaue Zahl liegt wohl irgendwo zwischen 800 und 1400 - aber die Veröffentlichung der Verkaufszahlen ist Amprice im Moment zu peinlich.  Wahrscheinlich glaubt B. immer noch, dass es richtig war, alle Verkäufer zu verjagen. Und er hat ja recht, denn er muss sich keiner Kritik mehr stellen - und das ist doch auch ein Erfolg, oder?

Thema: amprice | Kommentare (3) | Autor: Frank75

Warum ist Amprice gescheitert? (Teil 3)

Montag, 29. Juni 2009 12:57

Teil 3 - Die Öffentlichkeitsarbeit

Nachdem wir uns in den letzten beiden Artikeln vorwiegend mit den konzeptionellen Fehlern der Plattform Amprice beschäftigt haben, sehen wir uns diesmal die Öffentlichkeitsarbeit an. Dass eine gute PR wichtig ist, ist einleuchtend. Zwei Ziele sind dabei entscheidend: Erstens die Marke bekannt zu machen und zweitens ein positives Image aufzubauen. Nun, Geschäftsführer B. kommt ja genau aus diesem Bereich und sollte wissen, wie es geht. Leider ging es ihm nur darum Amprice bekannt zu machen. Dass Amprice sich mit den völlig überzogenen Meldungen lächerlich macht, hat ihn anscheinend nicht interessiert.

Wenn man nämlich hinter die Meldungen geguckt hat, wurde schnell klar: Da ist nichts als heiße Luft. Nichtsdestotrotz war es ausgesprochen amüsant, die PR-Meldungen von Amprice zu lesen. Generell gilt natürlich: Wer großspurige Ankündigungen macht, muss sich auch daran messen lassen. So haben sich sicherlich viele Leute aufgrund der Amprice-Pressemeldungen die Seite mal angesehen. Wenn diese jedoch feststellen, dass an den Meldungen nichts dran ist und dass Ankündigungen nicht eingehalten werden, sind diese schnell wieder weg. Und mehr noch: Solche Leute sind ein negativer Multiplikator für Amprice. Schauen wir uns mal ein paar Meldungen genauer an:

Die “Weltneuheit” Realauktion (30.05.2005)
Hier geht es um eine angebliche Weltneuheit: Im Falle eines Gebots kurz vor Ende der Auktion verlängert sich diese noch einmal. Tja, diese angebliche Weltneuheit gab es schon bei anderen Plattformen - z.B. bei der Zoll-Auktion. Außerdem handelt es sich hier um eine ausgesprochen Käufer-unfreundliche Maßnahme, denn wer will im Falle eines Bietgefechts noch stundenlang vor dem Rechner sitzen? Also: überzogenes Gerede um eine Funktion, deren primäres Ergebnis es ist, Käufer zu verschrecken.

Dann ständige Meldungen über das unglaubliche Wachstum bei Amprice (hier mal aus 2005/2006):
http://www.amprice.info/publicrelations/pressemitteilungen/ampricemiterfolg.html
http://www.amprice.info/publicrelations/pressemitteilungen/online-marktplatz-amprice-waechst-immer-schneller.html
http://www.amprice.info/publicrelations/pressemitteilungen/neue-rekorde-bei-ampricede-zum-1-geburtstag.html
http://www.amprice.info/publicrelations/pressemitteilungen/profiverkaeufer.html
http://www.amprice.info/publicrelations/pressemitteilungen/angebotszahlen.html
http://www.amprice.info/publicrelations/pressemitteilungen/400000angebote.html
Es gibt noch mehr Meldungen in den Folgejahren, aber die Aufzählung soll reichen. Sämtliche Meldungen verkünden immer neue Rekorde bei Angebots- und Mitgliederzahlen. Nicht nur, dass solche Meldungen unglaublich nerven. Geschäftsführer B. verkennt leider völlig, was den Erfolg einer Auktionsplattform ausmacht: Das sind eben nicht die Angebotszahlen, sondern der über die Plattform generierte Umsatz. Dazu gibt es keine Infos, in den Pressemeldungen brüstet sich B. lieber mit neuen Rekorden bei Angeboten. Nun, dass diese bei einer Plattform ohne Einstellgebühren eigentlich nur nach oben gehen, ist landläufig bekannt. Kostet ja nix, kann ich also immer wieder verlängern. Die wirklich interessanten Angebote gehen so in der Masse unter. Und dass die wenigsten User wirklich aktiv sind, verschweigen diese Meldungen auch. Aussagekräftige Zahlen gab es in diesen Meldungen leider nicht.

Im August 2008 dann die Ankündigung von Amprice 2.0 zum 15.10.2009:
http://www.amprice.info/publicrelations/pressemitteilungen/saemtliche-handelsoptionen-auf-einer-plattform.html
Über ungelegte Eier sollte man besser schweigen. Am 13.10.2008 kündigte Geschäftsführer B. im Chat noch groß das neue System an. Ob er hier bewusst die Unwahrheit gesagt hat oder ob er jeglichen Realitätssinn verloren hatte, weiß nur er selbst. Nur einen Tag später kam jedenfalls der kleinlaute Rückzug. Und der Zustand, den die Software hatte, ist nur mit katastrophal zu beschreiben. Nicht einmal die Basisfunktionen liefen fehlerfrei. Zwei Wochen später dann das gleiche Spiel, groß angekündigt und kurz vorher kleinlaut zurück gezogen. Dann gab es im Forum weitere, eher unpräzise Ankündigungen, die dennoch nicht eingehalten wurden. Die letzte Mitteilung dann am 30.01.2009 zum Start von Amprice 2.0:
http://www.amprice.info/publicrelations/pressemitteilungen/neuer-amprice-internet-marktplatz-startet.html
Die Meldung strotzt nur so vor leeren Versprechungen. Sicherheit, einfache Bedienung, die Anbindung von Auktionsdienstleistern - alles heiße Luft. Lediglich die Suchfunktion ist wirklich einzigartig, wie wir in Teil 1 unserer Abhandlung gesehen haben.

Zur Amprice-Öffentlichkeitsarbeit gehört auch das Ampriceblog http://www.ampriceblog.de. Vorsicht, beim Lesen einiger Beiträge von Geschäftsführer B. kippt man vor Lachen vom Stuhl. Wer also gerade im Büro ist, sollte besser warten, bis der Chef beim Mittagessen ist. Zu den Highlight gehören die Berichte über Verschörungen gegen Amprice:
http://www.ampriceblog.de/2008/02/21/nur-noch-peinlich-umgang-des-madsack-verlages-mit-amprice/
http://www.ampriceblog.de/2006/10/07/die-hammertage-der-neuen-presse-hannover/
http://www.ampriceblog.de/2008/03/03/fanatiker/

Auch die Statistik-Seite http://www.amprice.info/statistik/ ist ein Teil der Amprice-Öffentlichkeitsarbeit. Informieren Sie sich über unser Wachstum sagt die Überschrift. Dumm nur, dass seit der Umstellung auf Amprice 2.0 keine Statistiken mehr veröffentlicht werden. Na ja, die Resultate wären auch zu peinlich.

Und wenn man sich dann die Kommunikation seit der Umstellung auf Amprice 2.0 ansieht, überkommt einen das kalte Grausen. Diese lief primär nur noch im Ampriceforum ab. Anfangs gab es noch Meldungen der Art: “Ich habe den Fehler an die Programmierer weiter gegeben. Als die Mitglieder aufgrund des katastrophalen Zustands der Plattform immer deutlicher ihre Kritik äußerten, gab es von Amprice so gut wie keine Antworten mehr. Amprice hielt es für angemessener, die kritischen Mitglieder einfach zu sperren. Damit ging Amprice dann seiner größten Fürsprecher und seiner Top-Verkäufer verlustig. Aber der Erfolg ist unbestreitbar: Geschäftsführer B. muss sich nicht mehr der Kritik stellen.

Fehlende Kenntnisse im Internet-Business kann man noch nachvollziehen. Aber dass Geschäftsführer B. bei der Öffentlichkeitsarbeit, mit der er jahrelang seine Brötchen verdient hat, dermaßen dilletantisch vorgeht, ist … hmmm, sagen wir mal ausgesprochen merkwürdig. Mal sehen, was bei dem für heute angekündigten Ampricelister herauskommt.

So, das war’s dann erstmal wieder. Wir sehen uns wieder bei Teil 4 - Die Community.

PS: Kleines Bonbon am Rande: Im gleichen Gebäude wie Amprice sitzt eine Kommunikationsberatung, die sich insbesondere der Krisenkommunikation verschrieben hat: http://www.ideo.de/publicrelations/krisenmanagement. Wer steckt denn da wohl hinter? Ooops. Den Namen kennen wir doch: http://www.ideo.de/ueberuns/team/index.html.

Thema: amprice | Kommentare (0) | Autor: Frank75

Warum ist Amprice gescheitert? (Teil 2)

Donnerstag, 25. Juni 2009 22:01

Teil 2 - Die Usability

Wie versprochen geht es weiter - diesmal wollen wir uns die “Usability” von Amprice anschauen. “Usability” ist neudeutsch für die Bedienungsfreundlichkeit der Plattform. Hier gibt es so viele Fehler und Macken, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Ich werde deshalb die einzelnen Punkte nur kurz anreißen.

Einstellen von Artikeln
Das Einstellen von Artikeln zieht sich über 7 (in Worten sieben) Seiten. Hier war Amprice auf Rekordjagd, länger dauert es bei keinem anderen Auktionshaus. Um es dem User aber nicht doch etwa einfach zu machen, verzichtet Amprice auf die Funktion “Ähnlichen Artikel einstellen”, so dass man bei jedem Artikel wieder alle Eingaben nochmal neu machen muss.

Bieten
Amprice macht es dem User einfach. Je nachdem, ob der User angemeldet ist, erscheinen unterschiedliche Buttons. Ein nicht angemeldeter User sieht nur den Button “Direktgebot”, während der angemeldete auch zusätzlich den “Bietagenten” sieht. Wie genau die Buttons heißen, weiß ich leider nicht mehr - Amprice hat mich ja sowohl im Forum als auch auf der Plattform selbst rausgeworfen, weil ich es gewagt habe, auf die geltende Rechtslage in Deutschland hinzuweisen.
Warum man übrigens zwischen “Direktgebot” und “Bietagent” unterscheidet, können nicht einmal die Ampricemitarbeiter erklären. Die verstehen das System auch nicht mehr. Dies kann man an der berühmten Briefmarkenauktion sehen. Hier wurde das letzte Gebot rund eine halbe Stunde nach Ende der Auktion abgegeben. Und zwar von einem Amprice-Mitarbeiter. Wie das ging, konnte oder wollte Amprice nicht erklären.

Bieten bei Rückwärtsauktionen
Bei einer Rückwärtsauktion sieht man drei Angaben, z.B.
Festpreis 148,00 €
Startpreis 155,00 €
Letzter Preis 145,00
Was ist denn jetzt der aktuelle Preis? Welchen Betrag soll ich nun wo eingeben, enn auc hier gibt es wieder den Button “Direktgebot” und “Bietagent”. Aber glaubt bloß nicht, dass man damit bieten kann. Der Bietagent bei Rückwärtsauktionen ist eine einfache Benachrichtigungsfunktion. Ist doch logisch, oder?

Einloggen
Loggt man sich auf Amprice ein, so landet man immer in “Mein Amprice”, auch wenn man vorher auf einer Angebotsseite oder bei einem Suchergebnis war. Klar, da will man unbedingt hin, wenn man gerade bieten will.

Die Usertypen
Es gibt ca. 378 verschiedene Usertypen auf Amprice. Der eine darf etwas, der andere nicht. Damit man richtig durcheinander kommt, gibt es auch noch ähnliche Bezeichnungen (z.B. Premium-Seller und Premium-Mitglied), die aber überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Besonders lustig ist der “gewerbliche Sammler”. Was das sein soll, versteht man wahrschienlich erst, wenn man zwei Flaschen Whisky getrunken hat. Noch lustiger wird es, wenn der gewerbliche Sammler geprüft wurde. Dann ist er der geprüfte gewerbliche Sammler…

Bewerten
Bewerten auf Amprice ist einfach. Das geht schon, sobald man vom Verkäufer bzw. vom Käufer drei Nachrichten erhalten hat. Nein, kein Witz. Vorher geht es nicht. Der Verkäufer muss Nachrichten zum Thema “Zahlung erhalten”, “Artikel verschickt”, “Bewertungsanfrage” verschicken, der Käufer “Zahlung erfolgt”, “Artikel erhalten”, “Bewertungsanfrage”. Man fragt sich ernsthaft, wie besoffen B. war, als er sich das ausgedacht hat.

Bewertungen anschauen
Wenn man sich die Bewertungen angucken will, klickt man auf die Gesamtzahl des Verkäufers. Einen anderen Zugang gibt es nicht. Dies ist auch nicht als Link markiert, das muss man einfach wissen - AMprice setzt dieses Wissen voraus. Dann sieht man aber keineswegs die Bewertungen der anderen User, sondern erstmal die “Bewertungen” des Mitgliederservice - was immer das auch sein soll. Fakt ist, dass dort eigentlich nichts steht. Dann kann man auf “Mitgliedsbewertungen” klicken. Nun kann man sich in 5er-Blöcken durch die Bewertungen klicken. Das macht Spaß, wenn User mehrere hundert Bewertungen haben. Denn schließlich stehen die alten Bewertungen vorne, die jüngsten Bewertungen hinten. Klar, Bewertungen sind wie guter Wein: Je älter desto wertvoller…

Beliebte Suchbegriffe
… werden unterhalb der Titelzeile angezeigt. Diese haben sich seit dem 1.2.2009 nicht geändert. Sie lauten:
Noteb - Bunde - Münze - Europ - brief. Alles klar?

Auktionen auf der Startseite
An hervorgehobener Stelle werden auf der Startseite einige Angebote gezeigt. Da wird unterschieden zwischen Hot, Beliebt, Verkaufshit und Meistgesucht. Was der Unterschied ist? Nun, ich weiß es nicht. Der einzige offensichtliche Unterschied sind die Verkaufshits. Hier handelt es sich nämlich nicht um Angebote, sondern um Kategorien. Logisch… Und damit der Anwender ein wenig Ratespaß hat, wird auch kein Text zu den Angeboten angezeigt. Nur das Bild muss reichen. Raten ist schließlich amüsant.

Vorschaubilder
Vorschaubilder haben quadratisch zu sein. Punkt. Und was nicht passt, wird passend gemacht. So ergeben sich Bilder wie diese hier: http://static.amprice.de/images/items/7/8/6/2/0/0/786200_4349_100.jpg

Lassen wir es gut sein. Es gibt noch jede Menge weitere Probleme, z.B.  mit der Formatierung von Mails, mit dem Mischmasch von deutscher und englischer Sprache, CPU-Belastung und vieles mehr. Man kann hier gar nicht alles aufzählen. Beenden wir diesen Beitrag mit einem passenden Kommenar von Amprice-Rolfi vom 5.11.2008: Sobald wir keine größeren Fehler auf der Plattform feststellen können und mindestens ein Lister und ein aftersale-Anbieter ihre Anbindung fertig haben, werden wir das System noch einmal 24 Stunden intensiv testen und dann an den Start gehen.

Demnächst Teil 3 - die Öffentlichkeitsarbeit

Thema: amprice | Kommentare (1) | Autor: Frank75

Warum ist Amprice gescheitert? (Teil 1)

Mittwoch, 24. Juni 2009 12:22

Nun, dass Amprice gescheitert ist, wird wohl kaum noch jemand bezweifeln - vielleicht abgesehen von Markus B. selbst. Ich versuche hier mal eine etwas tiefergehende Analyse. Es gibt viele Gründe für das Scheitern. Amprice und insbesondere Markus haben von Anfang an vieles falsch und weniges richtig gemacht. Seit Ende 2008 haben sie das wenige, das richtig gemacht wurde, auch noch über Bord geworfen und beschlossen, von nun an alles falsch zu machen. Da die Analyse sicherlich etwas länger wird, teile ich es auf und werde hier in losen Abständen weiterschreiben.

Teil 1 - Die Artikelsuche

Was ist das Wichtigste an einer Verkaufsplattform im Internet? Richtig, dass man den gesuchten Artikel schnell und einfach finden kann. Bereits bei dieser entscheidenden Funktionalität versagt Amprice 2.0 völlig. Es gibt zwei Wege, einen Artikel zu suchen. Der erste und wichtigere ist die Suchfunktion. Der zweite Weg führt über die Kategorien, wobei die Suchfunktion dann auch innerhalb der Kategorien zur Verfügung stehen muss. Gucken wir uns doch mal die Suchfunktion von Amprice an. Die muss ja einzigartig sein, denn diese wird von Amprice als neuartige Suche, die sogar Spaß bringt und die passende Auswahl präsentiert beworben. Nun, einzigartig ist diese Suche wirklich. Denn es ist eine ODER-Suche. Gibt man mehrere Wörter ein, so findet die Suche alle Artikel, die mindestens eines dieser Wörter enthalten. Wer also nach Karl May sucht, findet Bücher von Karl Marx genau so wie CDs von Corinna May oder Briefmarken mit Karl dem Großen. Diese völlig sinnlosen Ergebnisse werden vom Geschäftsführer B. noch gelobt. Er bezeichnet dies als “unscharfe Suche” und ist der Meinung, dass jemand, der Bücher von Karl May sucht sich auch für die anderen Artikel interessiert. Realistischerweise kann man jedoch davon ausgehen, dass jemand, der seine gewünschten Ergebnisse nicht sofort auf der ersten Suchseite findet, eher nicht die anderen Artikel anschaut, sondern die Suche bei einer anderen Plattform fortsetzt.

Nun, wir geben nicht auf und finden trotz aller Widrigkeiten einen Artikel über die Suche. Nun wollen wir uns die anderen Artikel des Verkäufers anschauen und klicken auf den entsprechenden Link. Was ist denn das? Diese Funktion zeigt uns nur einen Artikel an? Dabei sind wir doch sicher, dass der Verkäufer hunderte Artikel im Angebot hat. Nun, hier schlägt wieder eine “neuartige” Funktion von Amprice zu. Die Suche wird in Cookies abgespeichert. So werden auch bei einer folgenden Suche immer die alten Suchoptionen verwendet. Welche Suchoptionen gerade verwendet werden und welche bereits gelöscht oder überschrieben wurden, weiß der User nicht. Er sieht nur, dass die Suche irgendwie willkürlich funktioniert.

Fazit. Die Suche ist absolut unbrauchbar. Geschäftsführer B. steht mit seiner Meinung, die Suche funktioniere gut, allein auf weiter Flur.

Na gut, wir wollen jetzt einfach nur ein wenig stöbern. Gehen wir mal in die Kategorien. Als erstes fällt auf, dass standardmäßig nicht alle Kategorien angezeigt werden.  Nur  22 der 37 vorhandenen Kategorien sind zu sehen, Amprice bezeichnet diese als “beliebte Kategorien”. Ansichtskarten und Briefmarken - zwei der größten Kategorien auf Amprice - fehlen erstmal. Man muss jetzt auf “Hauptkategorien” klicken. Wieder werden 22 Kategorien angezeigt, diesmal die ersten 22 im Alphabet. Immerhin sind auch Ansichtskarten und Briefmarken dabei. Wir wollen ein wenig nach Ansichtskarten vom Niederrhein stöbern,  PLZ-Bereich 47/48. Da taucht das erste Problem auf. Neben diversen Motiv-Kategorien gibt es gleich drei Kategorien, die passen könnten: “Deutschland”, “Deutschland alte PLZ” und “Deutschland aktuelle PLZ”. Amprice erwartet offensichtlich, dass ich mich durch diese 3 Kategorien durchwühle. Oder dass der Suchende weiß, wie die Anbieter ihr karten sortieren. Na ja, gehen wir mal in “Deutschland aktuelle PLZ” rein. Knapp 6000 Angebote stehen zur Auswahl. Eine weitere Differenzierung nach PLZ ist aber nicht mehr möglich.  Wer nicht schon vorher aufgegeben hat, schließt spätestens jetzt völlig entnervt den Browser.

Fazit: Nicht nur die Suche, auch das Stöbern über die Kategorien ist unbrauchbar. Und obwohl Amprice erkannt hat, dass eine weitere Untergliederung nötig ist, hat sich in den bisher fast 5 Monaten in diesem Bereich überhaupt nichts getan. Unvermögen an allen Fronten.

In Kürze folgt Teil 2 - Die Usability.

Thema: amprice | Kommentare (0) | Autor: Frank75