Amprice-Insolvenz - Jetzt sind die (Ex-)Mitglieder schuld
Freitag, 23. April 2010 20:03
Wow. Es gibt neue “Hintergrundinformationen” zur Amprice-Insolvenz. Im Ampriceforum erfahren wir von Geschäftsführer B., wer denn nun wirklich Schuld an der Insolvenz ist. Nicht nur der abgesprungene Investor ist es, sondern auch die bösen (Ex-)Mitglieder, die ihre Kritik öffentlich geäußert haben, sind schuld. Alles klar? Gucken wir uns B.s Ergüsse mal detailliert an.
Die mit dem Investor im Herbst 2008 vereinbarte Darlehensablösung blieb aus. Statt dessen wurde amprice das Kunstgeschäft des Investors übertragen, was zu einem deutlichen Kostenanstieg führte.
Mal ganz dumm gefragt. Warum übernimmt man etwas, wenn klar ist, dass es mit weiteren Kosten verbunden ist? Wer hat denn diese offensichtliche Fehlentscheidung zu verantworten? Richtig, Geschäftsführer B.
Der neue Marktplatz ging mit Verzögerung als Beta-Version am 1. Februar 2009 online, eine Rückkehr zu den alten Marktplätzen war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich. Das alte amprice-System konnte nicht mehr wachsen, AZUBO war nicht mehr steuerbar und BA war eine völlig veraltete Plattform.
Was mit der “Rückkehr zu den alten Marktplätzen” gemeint ist, ist mir nicht ganz klar. Die Umstellung auf Amprice 2.0 am 1.2.2009 war wohl eine der krassesten und dümmsten Fehlentscheidungen B.s. Ab da war der Weg von Amprice vorgezeichnet - und das war absolut vorhersehbar. Amprice 2.0 steckte technisch und konzeptionell voller Fehler. Warum B. ein solches System in Betrieb genommen hat, lässt sich nur mit seiner Verbohrtheit erklären. Was hätte man stattdessen machen können? Nun, ganz einfach. Amprice 1.0 war zwar angeblich nicht wachstumsfähig, lief aber recht stabil mit rund 500.000 Artikeln und 1000 Transaktionen pro Monat. BesteAuktion war veraltet, lief aber ebenfalls mit ebenfalls mehr als 500.000 Artikeln noch ausreichend stabil. Hier wurden sogar 5.000 - 6.000 Transaktionen pro Monat abgewickelt. Auf Azubo hat sich nicht mehr viel gedreht. Nur noch rund 20.000 Angebote, praktisch keine Verkäufe mehr.
Wenn man also umstellt, dann natürlich zunächst die Plattform, auf der am wenigsten los ist. Also erstmal nur Azubo umstellen. Dann wird das neue System so lange verbessert, bis man sich auch an die anderen Plattformen rantrauen kann. Die Dummheit, alle drei Plattformen gleichzeitig umzustellen, hat dazu geführt, dass statt 6.000 Transaktionen monatlich nur noch wenige hundert (und seit 1/2 Jahr fast gar keine) Transaktionen monatlich abgwickelt wurden. Und das war angesichts des Entwicklungsstandes von Amprice 2.0 voraussehbar. Erneut stellen wir uns die Frage: Wer ist für diese Fehlentscheidung verantwortlich? Genau, wieder ist es Geschäftsführer B.
Gespräche mit Venture Capital Gesellschaften … wurden dadurch belastet, dass kurzfristige Lösungen gefunden werden sollten und die Investment-Historie zu erklärungsbedürftig war.
Da stellt sich doch die Frage, warum so kurzfristige Lösungen gefunden werden mussten? Klar, Amprice fehlte das Geld für den weiteren Betrieb.So eine Situation kommt aber nicht plötzlich im Herbst 2009, sonder ndiese hat sich seit mindestens 1,5 Jahren abgezeichnet. Hinzu kommt, dass Amprice nicht gerade sparsam gelebt hat. Da wurden Mitarbeiter ohne Ende eingestellt, darunter mehrere “treue” Verkäufer, auch die eigene Familie wurde versorgt. Wenn dann kein Geld eingenommen wird, kommt es natürlicherweise irgendwann zum großen Knall.
Im nun folgenden Absatz werden die Amprice-Kritiker beschimpft, viele davon ehemalige Mitglieder, die von B. wegen ihrer kritischen Äußerungen rausgeschmissen wurden. Da muss man sich fragen, was B. wohl erwartet? Statt die Kritik ernst zu nehmen und nach Lösungen zu suchen, werden die Leute im Ampriceforum einfach mundtot gemacht. Dass diese dann sich neue Wege suchen, ihre Kritik zu äußern, ist nachvollziehbar. So ist auch dieses Blog hier entstanden.
Der amprice-Beitrag im Start-Up Wiki wurde immer wieder bearbeitet, frei nach dem Motto “erfolglosestes Auktionshaus”, etc.
Dies ist eine der leicht nachweisbaren Falschaussagen des Herrn B. Das Wiki schreibt nämlich auf dieser Seite alle Änderungen mit. Schauen wir mal: Seit der Umstellung auf Amprice 2.0 wurden folgende Änderungen vorgenommen:
30.08.2009 Einfügen von Kooperationspartnern, einfügen von Informationen zu amprice-trading. Diese Änderungen wurden offensichtlich direkt von Amprice, vermutlich von Geschäftsführer B. selbst eingefügt.
19./20.01.2010 Änderung der Zeile “Geld verdient amprice heute aus Flatrates…” zu “Geld verdient amprice heute nicht.” und Einfügen einger kritscher Bemerkungen. Am 21.01.2010 wurden diese Kommentare wieder entfernt.
17./18.04.2010 Einfügen der Information, dass Amprice insolvent ist.
Man sieht - es gab nur ein einziges Mal eine Änderung des Artikels, die B. hätte stören können. Warum Geschäftsführer B. behauptet, dies wäre “immer wieder” passiert, kann eigentlich nur an einem gestörten Realitätssinn liegen.
Insgesamt war es erstaunlich, wieviel Elan die Gruppe um ein ehemaliges Mitglied entwickelte, um amprice zum Beispiel bei Financial Times, in verschiedenen Blogs und Blogdiensten sowie in Foren und auf weiteren Seiten anzugreifen. Da wurden zig Emailadressen angemeldet und es wurden falsche Namen verwendet, auch die von Mitarbeitern. Man nennt das heute “Stalking”, also nachstellen.
Nun, ich vermute mal, dass damit konkret der Inhaber dieses Blogs gemeint ist. Dass Kritik an Amprice öffentlich geäußert wurde, liegt primär daran, dass interne Kritik im geschlossenen Bereich des Forums nicht gewünscht war und die Kritiker dort rausgeschmissen wurden. Ob und wieviele Mail-Adressen “angemeldet” wurden, um Kommentare bei der FTD zu verfassen, weiss ich nicht, halte das auch für unbedeutend. Fakt ist jedoch, dass auch Amprice-Mitarbeiter die Firma positiv bewerten, obwohl die Bewertungsabgabe von Mitarbeitern ausdrücklich untersagt wird. Wenn man nach den Namen bzw. Psudonymen sucht, findet man jede Menge, dazu kommen noch einige offensichtliche, die unter falschen Namen abgegeben wurden. Herr B., wer im Glashaus sitzt …
Man hatte Erfolg damit, weil Investoren aufgrund der Beiträge im Sommer 2009 Zusagen zurückzogen und so hat man selbst dazu beigetragen, dass amprice die Mittel nicht erhielt, um die kritisierte Plattform endlich so weit zu kriegen, dass wir selbst hätten zufrieden sein können.
Ob dieses Blog oder die FTD-Kommentare tatsächlich dazu beigetragen haben, dass Investoren abgesprungen hat, kann ich nicht beurteilen. Wäre dies so, können die Macher des Blogs es als Erfolg verbuchen, dass sie die Investoren vor dem Verbrennen von viel Geld geschützt haben. Es ist nämlich eine Tatsache, dass bei Amprice 2.0 nicht nur technische Fehler behoben werden müssten. Vielmehr ist die ganze Konzeption eine einzige Katastrophe und zeugt von völligem Unwissen im Auktionsbusiness. Dazu habe ich mich bereits in den vergangenen Beiträgen mehrfach geäußert. Wie üblich ist Geschäftsführer B. völlig kritikunfähig. Den wichtigsten Kritikpunkt, die unbrauchbare ODER-Suche, hat er trotz massiver Kritik von allen Seiten immer wieder verteidigt.
Wir alle haben sehr viele Erfahrungen machen müssen, positive wie negative und wir haben sehr sehr viel gelernt. Natürlich gab es auch Fehler und Fehleinschätzungen bei mir und bei Mitarbeitern, auf denen manche herumreiten, als wären sie selbst unfehlbare Meister ihres Fachs.
Na ja Herr B., dann zeigen sie mal, dass Sie etwas gelernt haben. Bisher haben Sie sich immer nur durch Ihrer Kritikresistenz hervorgetan. Aber es gibt tatsächlich Leute, die mehr vom Auktonsgeschäft verstehen als Sie. Diese haben rechtzeitig und ausreichend Hinweise und Empfehlungen abgegeben. Wenn Sie auf diese nicht hören, dann sind Sie es ganz alleine, der dafür verantwortlich ist, dass Amprice vor die Wand gefahren ist. Wenn ich Ihren Beitrag so lese, sind nur die anderen Schuld an der Amprice-Insolvenz. Eine erbärmliche Haltung.
Thema: Allgemein, amprice | Kommentare (3) | Autor: Frank75


