Verkaufs- und Angebotszahlen auf Amprice (oder: So lügt man mit Statistik)
Da gibt es doch tatsächlich eine Seite, auf der B. mit den tollen Angebotszahlen von Amprice angibt. Nun, der verständige Leser weiß natürlich, dass die Anzahl der Angebote rein gar nichts über die Qualität einer Plattform aussagt. Der einzige echte Maßstab ist die Höhe der Umsätze, die über diese Plattform erzeugt werden. Auch Geschäftsführer B. weiß dies. Um aber nicht im allgemeinen Gelächter unterzugehen, verschweigt er diese Zahl genauso wie zumindest die Anzahl der verkauften Artikel, die bis Januar 2009 noch veröffentlicht wurde. Mit etwas Aufwand lässt sich zumindest eine Obergrenze für die Zahl der verkauften Artikel feststellen. Das Ergebnis? In den Monaten September bis Dezember wurden insgesamt weniger als 500 Artikel verkauft. Rechnet man dies auf einzelne Tage um, so ergibt sich, dass im Durchschnitt nicht mehr als 4 Artikel pro Tag oder gut 100 Artikel pro Monat verkauft wurden.
Für Geschäftsführer B. ist dieser Misserfolg jedoch kein Grund, seine Plattform nicht weiter vor Investoren anzupreisen. Auf der Amprice-Infoseite liefert er folgende Zahlen:
August 2009 -> 2,4 Millionen Angebote auf drei Marktplätzen (enthält Dopplungen), 900.000 Angebote auf amprice.de
Oktober 2009 -> Erstmals 3 Millionen Angebote auf drei Marktplätzen, amprice erstmals über 1.000.000
3 Millionen Artikel Angebote? Wie kommt diese horrende Zahl denn zustande? Nun, ganz einfach. Erstmal zählt B. fast alle Angebote gleich dreifach. Da der überwiegende Teil der Artikel auf allen drei Plattformen angeboten wird, werden so aus einem Angebot gleich 3. Wir kommen also bei etwas über 1 Million Artikel aus. Dann waren zum Zeitpunkt der Zählung nach unserer Schätzung rund 400.000 “Partnerangebote” aktiv, die ja in Wirklichkeit lediglich Werbelinks zu anderen Online-Shops sind. Bleiben noch 600.000 Angebote. Davon waren rund 180.000 Artikel von Amprice-Trading und etwa 300.000 Bücher eines Online-Buchhändlers, die aufgrund der Versandkosten nahezu unverkäuflich waren. “Normale” Angebote waren damals nur rund 140.000 vorhanden, diese Zahl ist bis heute in etwa konstant geblieben. Da der Buchhändler auf Amprice nicht mehr anbietet und B. die Anzahl der Werbelinks auf ca. 160.000 reduziert hat, kann man heute insgesamt nur noch rund 490.000 Artikel auf Amprice finden.
Besonders amüsant ist die Tatsache, dass Geschäftsführer sich hier im Ampriceblog noch über Auktionshäuser beklagt, die ihre Angebotszahlen verfälschen. Wir zitieren B.: Solche Seiten sind es, die Verkäufer, Käufer, Besucher und sogar Investoren Abstand von Online-Auktionen nehmen lassen. Herr B., so dreist wie Sie, dass Werbelinks als Angebot mitgezählt und diese dann auch noch verdreifacht, war bisher niemand. Das ist wirklich eine neue Dimension der Statistikfälschung.
B. ist dies egal, da er ja nichts anderes zu bieten hat als eine gefälschte Angebotsstatistik. Offensichtlich glaubt er allen Ernstes, dass potenzielle Investoren diese Zahl nicht nachprüfen. Herr B., eine Frage; Wie wollen Sie ein Vertrauensverhältnis zu Geldgebern aufbauen, wenn Sie diese so offensichtlich verarschen? Ihr Gejaule, dass sich niemand verarschen lässt und Ihnen Geld in den Hintern steckt, ist mittlerweile unerträglich.


Sonntag, 10. Januar 2010 19:52
Es ist doch vielsagend, dass seit einem Jahr die netten Grafikstatistiken nicht mehr weitergeführt werden. Man wollte wohl niemandem zumuten, ein Loch in den unteren Monitorrand zu bohren, damit die schönen Linien weitergezeichnet werden könnten.
Ich habe den ampriceblog nochmal nachgelesen mit dem “Gejammer über falsche Zahlen”. Unter heutiger Sicht ein absoluter Hammer.
Ich begreife immer noch nicht, wie ich auf so ein Geschwätz reinfallen konnte.
Sonntag, 10. Januar 2010 21:03
Markus Burgdorf meint noch immer das die Investoren alle dumm sind.
Mit seiner Jammerei die zudem für Investoren eher negativ zu sehen sind, wird er hoffentlich nie was erreichen.
Wer nach all der Zeit nicht begriffen hat wie eine ordentliche Präsentation auszusehen hat, geschweige beinhalten sollte, dem ist ohnehin nicht zu helfen.
Montag, 11. Januar 2010 3:51
Also, ich weiß gar nicht was Ihr habt - immerhin habe ich es geschaft über die nächsten Jahrzehnte der Rekordverkäufer von amprice in der internen Statistik zu bleiben und das ist doch schon eine Menge wert oder ?
Es war ein Scherz und wenn alles rückwirkend nicht so bedauerlich wäre könnte man fast darüber herzhaft lachen - aber es ist einfach zum weinen wie man aufs Kreuz gelegt worden ist.